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Gekürzter Bericht über Bauuntersuchungen
am Schloss Sargans 1969–2001.

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Samstag, 28. Juli 2007

Einleitung

Schloss Sargans, Abwicklung Südfassade. Zeichnung A. Hidber.

Wie andere Burgen der Montforter, Schattenburg bei Feldkirch, Werdenberg oder Vaduz, liegt auch die Burg Sargans, Stammsitz der Grafen von Werdenberg-Sargans, an leicht erhöhter Stelle über dem Städtchen. Über seine Gründungszeit hüllt sich der stolze Bau in beharrliches Schweigen, obwohl man mehrfach versucht hat, seinem Geheimnis mit Bauuntersuchungen und dendrochronologischen Analysen auf die Spur zu kommen. Immerhin steht seit der Arbeit der Dendrochronologen ein Datum von 1281 zur Diskussion, ein Datum, das zeitlich mit der ältesten urkundlichen Erwähnung des Schlosses zusammenfällt. Ob es sich dabei um das Baujahr oder eher um eine Erneuerungsphase nach einem Brand handelt, bleibt letztlich offen.
Dank der Weiternutzung als Landvogteisitz der Eidgenossen blieb dem Schloss Sargans das Schicksal anderer Burgen zunächst erspart, erst nachdem der letzte Landvogt ausgezogen war, begann der Zerfall immer spürbarer zu werden: um 1820 erfuhr der Südtrakt durch den Einbau von Gefängniszellen einschneidende Veränderungen, und 1865 fiel das «Hintere Schloss» in verwahrlostem Zustand der Spitzhacke zum Opfer.
1898, als das Schloss noch Friedrich Graf von Toggenburg gehörte, hatte Eugen Probst im Auftrag der damaligen Gesellschaft zur Erhaltung Schweizerischer Kunstdenkmäler den Zustand des Schlosses in Plänen und Fotografien festgehalten. 1899 gelangte das Schloss in den Besitz der Ortsgemeinde Sargans. In der Absicht, das Monument «dem nagenden Wurm der Zerstörung zu entreissen» und es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde es in den Jahren 1900–1906 unter der Leitung von Eugen Probst für damalige Verhältnisse äusserst sanft restauriert. So wurden beispielsweise die alte Verputze weitestgehend geschont und nur Schadstellen ausgeflickt. Über das Schloss Sargans im 19. Jahrhundert und seine Restaurierungsgeschichte liegt eine ausführliche Publikation von Mathias Bugg vor, weshalb an dieser Stelle nicht näher darauf eingegangen werden muss.
1964 Innenrestaurierung des Bergfrieds (Projekt Walther Sulser) und Sondierung im Verlies durch Franziska Knoll-Heitz, St. Gallen. Schon Probst hatte 1901 an dieser Stelle gegraben und seine Ergebnisse veröffentlicht.
Die bisher ausführlichste Beschreibung des Schlosses findet sich im 1951 erschienenen Kunstdenkmälerband St. Gallen I.

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